Gambia (offiziell englisch The Gambia bzw. Republic of The Gambia) ist eine Republik in Westafrika, die an den Ufern des Gambia liegt. Mit Ausnahme eines kurzen Küstenabschnittes an der Mündung des Flusses in den Atlantischen Ozean wird Gambia vollständig vom Staat Senegal umschlossen. Mit einer Gesamtfläche von ungefähr 11.000 Quadratkilometern ist das Land der kleinste Staat des afrikanischen Festlandes. Gambia hat rund 2,05 Millionen Einwohner (Stand Juli 2017). Sein größter Ballungsraum ist die Kombo-St. Mary Area, die Hauptstadt ist Banjul.
Gambia ist eine Republik unter dem Staatspräsidenten Adama Barrow. Am 12. Dezember 2015 erklärte der damalige Staatspräsident Yahya Jammeh Gambia zu einem islamischen Staat. Der junge Leutnant Jammeh kam 1994 durch einen militärischen, aber weitgehend unblutigen Staatsstreich an die Macht, der aus einem Protest der Soldaten über verspätete Soldauszahlungen entstand. Er verkündete damals, mindestens bis zum Jahr 1998 allein regieren zu wollen. Dennoch wurden bereits 1996 wieder Wahlen abgehalten, aus denen Jammeh klar als Sieger hervorging. Eine neue Verfassung wurde 1997 eingeführt.
Tatsächlich waren die Jahre von 1996 bis 2000 von einer gewissen Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung geprägt. 2000 wurden laut Amnesty International mindestens 14 Personen bei einer Straßenschlacht zwischen studentischen Demonstranten und der Polizei getötet. Schulen waren zeitweilig geschlossen, Patrouillen prägten das nächtliche Stadtbild.
Am 16. Dezember 2004 wurde der regierungskritische Journalist Deyda Hydara ermordet. Zuvor hatte er das neue Mediengesetz angeprangert, nach dem Journalisten für das Schreiben eines „verleumderischen Artikels“, wie üble Nachrede, Veröffentlichung aufrührerischer Artikel, zu einer Haftstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt werden können. Vier Tage nach der Tat protestierten Hunderte von Journalisten gegen Hydaras Ermordung und für den Erhalt der Pressefreiheit.
2011 gründeten Regimegegner in der Diaspora, vor allem in den USA und Großbritannien, die Coalition for Change, die sich als oppositionelle politische und Bürgerrechtsbewegung versteht. Einer der Gründer war der ehemalige Informationsminister des Landes, Amadou Scattred Janneh, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt und bis zu seiner Ernennung zum Minister 2003 in der US-Botschaft in Gambia arbeitete. 2011 wurde er inhaftiert, 2012 unter dem Druck amerikanischer Bürgerrechtler wieder freigelassen.
Am 23. August 2012 wurden neun politische Häftlinge in Todeszellen standrechtlich erschossen. Es waren die ersten „offiziellen“ Hinrichtungen in Gambia seit 30 Jahren. Seit dem Jahr 2014 häufen sich Berichte über massive Menschenrechtsverletzungen, u. a. über Folter, außergerichtliche Hinrichtungen und die Verfolgung von Homosexuellen. Präsident Yahya Jammeh bezeichnete Homosexuelle als „Ungeziefer“, das man „töten solle, wie Moskitos“. Weiterhin äußerte er, sie seien „gefährlicher als Tsunamis und Erdbeben“, er werde Homosexuellen „eigenhändig den Hals durchschneiden“. EU und USA froren daraufhin ihre wirtschaftlichen Förderprogramme für Gambia ein.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 1. Dezember 2016 wurde Präsident Yahya Jammeh nach 22 Jahren Amtszeit abgewählt, nachdem er der Opposition zuvor mit dem Tod gedroht hatte. Im Wahlkampf kam es zu zahlreichen Verhaftungen und Gefängnisstrafen.
Nachdem Jammeh nach der Wahl nicht von seinem Amt zurücktreten wollte, wurden senegalesische Truppen mit Unterstützung Nigerias an die gambische Grenze verlegt und sollten diesen, falls er bis Mitternacht des 19. Januars 2017 nicht zurücktreten würde, stürzen. Zuvor hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution zum Eingreifen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in Gambia beschlossen. Adama Barrow wurde am 19. Januar 2017 in der gambischen Botschaft im Nachbarland Senegal als neuer Präsident vereidigt. Am 19. Januar 2017 marschierten senegalesische Truppen in Gambia ein. Gambias Generalstabschef Ousman Badjie sprach sich zuvor gegen Gefechte aus. Er werde das Leben seiner Männer nicht für einen politischen Streit opfern. Nach Ablauf des Ultimatums starteten die Nachbarstaaten am 20. Januar einen letzten Versuch, mit Jammeh zu verhandeln; Jammeh gab schließlich auf und trat von seinem Amt als Präsident Gambias zurück.
Am 21. Januar 2017 verließ Ex-Präsident Jammeh das Land. In der anschließenden Woche kehrte Barrow nach Gambia zurück und stellte am 1. Februar sein Kabinett Adama Barrow vor.
Im April 2017 gewann Barrows Partei, die United Democratic Party, 31 der 48 zu vergebenden Sitze, während Jammehs Alliance for Patriotic Reorientation and Construction fast alle Mandate verlor.
Gambia ist Mitglied in verschiedenen internationalen Organisationen und Gruppierungen. Zu den wichtigsten zählen die Vereinten Nationen und ihre Unter- und Sonderorganisationen, der Internationalen Währungsfonds und die Weltbank. Auf regionaler Ebene sind die Afrikanische Union und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) am wichtigsten.
Gambia besitzt keine Bodenschätze, die sich wirtschaftlich erschließen ließen – Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei sind die Haupterwerbszweige des Landes. Die Exporte – im Jahr 2016 geschätzt auf 120 Millionen US-Dollar – flossen 2016 zu ca. 48 Prozent nach China, zu ca. 27 Prozent nach Indien und zu knapp 9 Prozent in das Vereinigte Königreich. Im selben Jahr kamen 34 Prozent der Importe aus China. Das Land hat aufgrund der niedrigen Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Industrie ein hohes Handelsbilanzdefizit. 2016 betrug es knapp 20 % der Wirtschaftsleistung. Um seinen Importbedarf zu decken, muss sich das Land hoch verschulden. Im Jahr 2016 betrug die Staatsverschuldung 116 % des BIP und war damit eine der höchsten der Welt.
Die häufigsten Naturkatastrophen, die das Land bedrohen, sind Buschfeuer, Dürren, Küstenerosion, Überschwemmungen, Sandstürme und Heuschreckenplagen.
Seit den 1970er-Jahren kommt es – zusammen mit Buschbränden – zu häufigerem Auftreten von Dürrekatastrophen. Seit Mitte der 1980er-Jahre treten Sandstürme, die mehr als drei Tage dauern, fast jährlich auf. In den letzten 20 Jahren sind weite Abschnitte der Küstenlinie zwischen Banjul und Tanji durch Erosion bei Sturmfluten beschädigt worden, wobei es auch zu erheblichen Verlusten an Besitztümern gekommen ist. Seit kurzem treten Überschwemmungen des Flusses jährlich auf, die in vielen Teilen des Landes Felder und Gebäude beschädigen. Im Jahr 2004 bekämpfte die gesamte westafrikanische Region eine riesige Population Heuschrecken. Die gambische Regierung rief deshalb vorsorglich den Notstand aus.
Die Erweiterung der Ackerflächen, Überweidung durch Viehwirtschaft, Buschbrände und unerlaubter Holzeinschlag hat den Waldanteil von ungefähr 70 Prozent in den 1960er-Jahren auf weniger als neun Prozent im Jahr 2000 verringert.

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